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Welche Tränke passt zu meinem Tier?

1. Trinkverhalten Ihres Tieres:

Pferd:
Ein Pferd sollte immer ausreichend Wasser zur Verfügung haben. Als Faustregel gilt, dass ein normales Großpferd, das nicht ganztägig auf der Weide steht, täglich 30-50l Frischwasser benötigt. Steht das Pferd auf der Weide, so werden durch die Aufnahme des saftigen Grases bis zu 60% des Wasserbedarfs gedeckt. Die Temperatur spielt hierbei eine große Rolle: Bei Normaltemperaturen um die 15 Grad Celsius sucht das Pferd die Tränke ca. alle 2 Stunden auf. Bei 30 Grad Celsius sind es dann jedoch alle 30 Minuten! Bei starkem Arbeiten und Schwitzen benötigt das Pferd entsprechend mehr Wasser, das können dann auch bis zu 80l täglich sein. 

Kuh:
Trinkwasser deckt 80-90% des gesamten täglichen Wasserbedarfs der Kühe. Sie trinken 4-4,5 l Wasser pro kg produzierter Milch. Grundsätzlich trinken Kühe in kurzen Etappen (7-12/Tag), wobei sie jeweils 10 bis 20 l Wasser aufnehmen. Kühe trinken insbesondere nach dem Melken und während der Fütterung gern. Dieses Verhalten ist bei Herden deutlich sichtbar. Nach dem Besuch des Roboters gehen die Kühe zur Tränke. Insbesondere an heißen Sommertagen, wenn die Tiere unter Hitzestress leiden, steigt der Wasserverbrauch der Kühe drastisch an. Die Steigerung kann das 1,2- bis 2-fache betragen. Eine Kuh mit einem Ertrag von 50 kg kann bei Temperaturen von 27° 250 bis 350 l Wasser trinken. Um den Kühen die Möglichkeit zu bieten, diese Mengen an Wasser zu trinken, sind bei steigenden Temperaturen zusätzliche Wasserstellen erforderlich.

Schaf:
Vergessen Sie die alte Schäfer-“ Weisheit“, dass Schafe kein Wasser brauchen, weil sie genug über das Weidegras oder den Tau aufnehmen. Schafe benötigen etwa 1,5 bis 3 Liter pro Tier und Tag. Das wären bei 30 Schafen bis zu 90 Liter Wasser. Während der Laktation, also dann, wenn die Mutterschafe Höchstleistungen bringen, kann sich die benötigte Wassermenge sogar mehr als verdoppeln. Verständlich, denn die Milch besteht zum größten Teil aus Wasser.


 

2. Gefahren bei zu wenig Wasseraufnahme:

Vom Gewicht des Tieres machen etwa 2/3 Wasser aus, das in Zellen, Blut, Lymphe, Darm, etc. verteilt ist. Vermindert sich dieser Wassergehalt nur um ein Zehntel, so kann das gravierende Folgen für Ihr Tier haben: die Körpertemperatur kann nicht mehr gehalten werden, Nährstoffe werden nicht mehr genügend aufgenommen und Giftstoffe nicht mehr ausreichend abtransportiert werden, Kreislaufprobleme und Verstopfungskoliken können die Folge sein. Und verständlicherweise wird die Milchproduktion drastisch eingestellt.

 


 

3. Folgende Normen und Vorgaben sollten beachtet und angewendet werden:

  • Elektrotechnische Normen (Niederspannungsrichtlinie, Erdungsbestimmungen, Elektro-Installationsvorschriften in der
  • Landwirtschaft VDE 0105-115, Vorschriften des Energiespargesetzes)
  • Trinkwasserverordnung und Bestimmungen der örtlichen Wasserversorger (DIN1988, EN1717)
  • Nationale und örtliche Sicherheitsvorschriften
  • Vorschriften für Sicherheit und Gesundheitsschutz (VSG 1.1)
  • Vorschriften des Brandschutzes und versicherungsrechtliche Bestimmungen und Vorgaben

 


 

4. Kriterien für die Auswahl der passenden Tränke:

  • Passt der Tränketyp zur Tierart und zum Alter des Tieres? ① Entsprechen die Wassermenge pro Minute, das Wasservolumen und die Anzahl der Tränkeplätze dem Bedarf des Tieres bzw. der Tiergruppe? ②
  • Ist die Tränke geeignet für die Haltungsform (Einzel oder Gruppe)?
  • Ist die Tränke beheizbar, d.h. geeignet zum Einbau in Kaltställen?


 


5. Kriterien für die richtige Montage:

  • Höhe der Tränkestellen muss auf die Größe der Tiere angepasst sein ③ + ④
  • Nach Möglichkeit entfernt von der Futterstelle, um nasswerden des Futters und Verschmutzung der Tränken mit Futter zu vermeiden ⑦ + ⑧
  • Aufstellort bei Laufstallhaltung oder Gruppenhaltung so wählen, dass saufende Tiere andere nicht behindern. ⑦ + ⑧
  • Anbringung der Tränken so, dass sie vor Beschädigung (durch Tritte, durch Drängen) geschützt sind ⑤ + ⑥
  • Wasser- und Elektroleitungen geschützt gegen Verbiss verlegen. Aufstellung so, dass Verkoten nicht möglich ist ⑨ + ⑩


 


6. Übersicht zu den verschiedenen Tränkebecken:

Offene Trogtränken:
Offenes Saufen in der Natur typisch für Weidetiere

Hier finden Sie passende Produkte zu offenen Trogtränken.

Schwimmerventil-Becken:
Ideal für Jungtiere und empfindliche Tiere. Ein Schwimmerventil oder Füllventil ist ein durch einen Schwimmer gesteuertes Ventil: Wird ein bestimmter Pegelstand unterschritten, öffnet sich das Ventil, beim Erreichen des Sollpegels schließt es sich wieder. Somit gibt es kaum abgestandenes Wasser in der Tränke. Man unterscheidet hier zwischen:

  • Rohrventil-Becken:
    Geeignet für alle Tierarten. Auch hier sorgt das Rohrventil für immer nachlaufendes Wasser. Rohrventil-Becken sind die gängigsten Tränken in der Pferdehaltung.
  • Zungenventil- Becken:
    Zungenventilbecken werden vor allem bei Masttieren eingesetzt. Zungenventilbecken erfordern etwas mehr Kraft als Rohrventil-Becken.

 

Heizbare Tränken:
Grundlagen für den Anschluss von heizbaren Tränkebecken und Heizkabeln:

1. Transformatoren
Aus Sicherheitsgründen werden bei heizbaren Tränkebecken Transformatoren eingesetzt, um die Netzspannung von 230 V auf eine für die Tiere sichere Spannung von 24 V zu reduzieren. Somit besteht keine Gefahr für die Tiere und gegebenenfalls für den Menschen, wenn eine Kabelbeschädigung, wie z.B. durch Tierverbiss auftritt. Der Transformator sollte möglichst in der Nähe des Tränkebeckens, jedoch außerhalb des Tierbereichs montiert werden.

2. Thermostat
Der Thermostat wird zwischen Steckdose und Heizung geschaltet. Bei Unterschreiten einer gewissen Temperatur wird die Anlage automatisch in Betrieb genommen. Besteht keine Frostgefahr mehr, wird die Anlage automatisch wieder abgeschaltet. Das Schaltkriterium beim Frostschutzthermostat (Ref. 381510) ist die Lufttemperatur. Beim Rohranlege-Thermostat (Ref. 381520) wird die Temperatur der Wasserleitung (=Wassertemperatur) als Schaltkriterium verwendet.

Die Ausgaben für Thermostate machen sich relativ schnell bezahlt, da die Anlage nur in Betrieb ist, wenn absolut erforderlich. Die Stromersparnis ist je nach Anlagenleistung beträchtlich. Zusätzlich ist im Gegensatz zum manuellen Einschalten immer gewährleistet, dass bei Frostgefahr die Heizung in Betrieb ist. Die Thermostaten sollten idealerweise an der kältesten Stelle platziert werden. Bitte beachten Sie, dass 230 V Systeme durch einen Fachmann installiert werden müssen.

Balltränken:

Wie arbeitet eine Balltränke? Wasser kommt mit einer Temperatur von ca. 10° C aus dem Boden und füllt den Tränkebehälter, bis die Bälle die Trinklöcher verschließen. Wenn Tiere trinken, wird über ein Schwimmerventil das verbrauchte Wasser nachgefüllt. Durch die Energie des nach laufenden Wassers bleibt dieses bei Kälte warm und bei Hitze kühl. Mittels des speziellen Ball-Verschlusssystems wird ohne Zusatz von Energie sowohl bei -30° C als auch bei +30° C immer frisches, sauberes und algenfreies Wasser bereitgestellt.

Beim Trinken rollt der Ball weg:

  • Die Zuleitung muss in frostfreier Tiefe verlaufen
  • Wasserdruck: 1 bis 5 bar
  • Ein Minimum von 5 Tieren garantiert frostsicheren Betrieb bis -15° C; bei 15 Tieren frostsicher bis -25° C (Thermo-Quell) oder -30° C (Compact und Thermolac)
  • Anschlussfertig für 1/2” (Thermolac und Compact) oder 3/4" (Thermo-Quell) Wasserleitung
  • Die Balltränke sollte, leicht erhöht, auf einer ca. 15 cm dicken Betonplatte befestigt werden, die auf jeder Seite ca. 30 cm größer als die Tränke selbst sein muss.
  • Große Ablauföffnungen erlauben ein regelmäßiges, schnelles und komplettes Reinigen der Tränke

 

Weidetränken:
Weidetränken gibt es in vielen verschiedenen Ausführungen. Hier ist bei der Anschaffung darauf zu achten, dass das Trinkwasser frei von Insekten, Laub und Schmutz ist.  Sie haben die Wahl zwischen Tränkefässern, Weidetrögen, Weidetränken, oder Anschlüsse für Wassercontainer.

Weidenpumpen:
Durch mehrfaches Betätigen des Bedienhebels pumpen sich die Tiere Wasser aus Tiefen bis zu 7 m in die Tränkeschale. Die Tiere lernen den Umgang mit der Tränke sehr schnell. Eine Pumpe versorgt ca. 15 – 20 Pferde oder Kühe.

Hier finden Sie die Produkte passend zu Weidetränken und -pumpen.


 

 

Quellen:
www.navalis-vet.de/ratgeber 
www.lely.com 
www.patura.com
www.growi.com

 

 

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