HINWEIS:
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Das Pferdesolarium ist gefragter denn je – kein Wunder, denn Sonne und Wärme tun auch unseren Pferden gut. Was man genau unter einem Pferdesolarium versteht, wie es angewendet wird und wann es Sinn macht, erfährst Du im folgenden Ratgeber.
Inhaltsverzeichnis
Sonnenlicht: Die heilende Kraft für Körper & Geist
Sonnenlicht ist frei auf unserem Planeten verfügbar. Es weckt unsere Lebensgeister, mit seiner Hilfe produziert der Körper Vitamin D, es steuert unseren Schlaf-Wach-Rhythmus und stärkt nicht zuletzt auch das Immunsystem. Die heilende Kraft der Sonnenstrahlen setzt sich dabei aus UV-Strahlung der Bereiche A und B (zu 10 % kommt UV-B-Strahlung noch bei uns an), ebenso aber auch aus Infrarotstrahlung zusammen, die noch zu 50 Prozent ihrer eigentlichen Intensität den Erdboden erreicht. Deshalb ist es kein Wunder, dass zur Unterstützung des Wohlbefindens, ebenso aber zur Förderung der Gesundheit, mittlerweile Infrarotlicht als Therapieform eingesetzt wird.
Und ein Pferdesolarium ist genau das:
Eine große Sonnen-Lampe für dein Pferd. Ein von der Decke herabhängendes Gerät zur Besonnung und zur Wärmetherapie welches mit Infrarotlampen, hin und wieder auch UV-Lampen und in besonderen Fällen sogar mit speziellen Farblichtfrequenz-Lampen ausgestattet sein kann. Hierunter kannst du dein Pferd stellen und mit einer täglichen Besonnung die Gesundheit fördern, seine Heilungsprozesse unterstützen, dein Pferd entspannen lassen und so auch sein Gemüt erhellen.
Doch was genau ist Infrarotlicht?
Pferdesolarien arbeiten meist mit Infrarotlicht. Ganz entgegen der Solarien, die es für uns Menschen gibt, die die Haut bräunen sollen und deshalb mit UV-Lampen bestückt sind. In Pferdesolarien ist UV-Licht nur manchmal vorhanden, wie beispielsweise bei den Premium- und de Luxe-Varianten der SUMMERWIND Pferdesolarien. Sie sind mit wenigen UV-Lampen ausgestattet. Doch zurück zum Infrarotlicht: Licht ist, also der sichtbare Teil des elektromagnetischen Spektrums, in Wellenlängen unterteilt. Das Infrarotlicht ist dabei im Bereich des sichtbaren Lichts (besteht für Erdenbewohner aus Sonnenlicht und künstlichen Lichtquellen) langwellig und wurde in drei verschiedene Bereiche eingeteilt:
- in die, lediglich im Verhältnis zum gesamten Infrarot-Spektrum, eher kurzwelligen Infrarot-A Wellenlängen: circa innerhalb eines Bereichs von 780 bis 1400 Nanometern, weil die Übergänge natürlich fließend sind.
Es durchdringt mühelos die Haut und gelangt tief, fünf bis sechs Millimeter in die Unterhaut und das Fettgewebe (Subcutis, auch Hypodermis genannt) hinein.
IR-A bietet die intensivste Wärmestrahlung. - in das, im Verhältnis dazu mittelwellige Infrarot-B-Licht: circa innerhalb von 1400 bis 3000 nm und auch hier sind die Übergänge natürlich fließend.
Es gelangt durch die Oberhaut bis hin zur Lederhaut (Dermis) und dringt damit etwa 2,5 mm tief in den Körper ein.
IR-B liefert eine mittlere Wärmestrahlung. - und das langwellige Infrarot-C: circa innerhalb von 3000 nm bis 1 Millimeter – wie bei den beiden andere ist der Übergang fließend.
Es besitzt kaum Eindringtiefe, sodass es nur circa 0,3 mm eindringt und sich damit ausschließlich auf der Oberhaut, der Epidermis, ausbreitet.
IR-C hat die geringste Wärmestrahlung.
INTERESSANT:
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Was bewirkt eine Bestrahlung mit Infrarotlicht?
Vor allem ist Infrarotlicht für seine Tiefenwärme bekannt, welche das Körpergewebe lockert und die allgemeine Beweglichkeit zu fördern vermag. Dazu musst du wissen, dass Infrarotstrahlung die Moleküle im Gewebe in Schwingung versetzt. Was wiederum zum Temperaturanstieg und damit zur Wärmeeinwirkung führt. So unterstützt Infrarotlicht auch die Wundheilung – bei Operationsnarben beispielsweise. Es lindert zudem Schmerzen, weil es neuronale Signale an das Gehirn sendet.
Dass Infrarotlicht dem Pferdekörper viel Gutes tun kann, wird auch deutlich, wenn man sich den Aufbau der Pferdehaut ansieht: Die Epidermis, also die Oberhaut, besteht aus mehreren Hautschichten – einer Hornschicht und anderen Hautschichten, die beispielsweise Melanin zur Pigmentierung der Haut enthalten, Sinneszellen, Immunzellen, Melanozyten und lichtbrechende basophile Keratinkörperchen.
In der Dermis (lateinisch Corium) sind Blutgefäße, Bindegewebe, kollagene und elastische Fasern, Nerven, Talgdrüsen, Schweißanhangdrüsen, Fettzellen und Haarfolikel angesiedelt. Die Schweißdrüsen – bis zu 100 pro Quadratzentimeter Pferdehaut – sind hier für den Wärmeaustausch im Körper verantwortlich. Nebenbei transportieren sie natürlich Stoffwechselprodukte aus dem Körper heraus. Die Subcutis oder Hypodermis enthält loses Bindegewebe und Fett, auch Muskelgewebe, und versorgt die darüber liegenden Hautschichten über Nerven und Blutgefäße.
Es ist also kein Wunder, dass Pferdesolarien eine positive Wirkung auf den Pferdekörper haben. Ebenso, wie Infrarotlampen ja auch in der Humanmedizin ihren Platz haben und für ihre heilende Wirkung durch Wärme bekannt sind.
Positive Einflüsse der Infrarot-Bestrahlung durch Pferdesolarien auf einen Blick:
- Lockerung der Faszien, Entspannung von Muskulatur und Sehnen
- Schmerzlinderung z. B. bei Gelenkschmerzen, auch Gelenksversteifungen und Arthrosen
- Stimulation des Zellwachstums von Haut und Haar (Mähne, Fell)
- Erweiterung der Blutgefäße (durchblutungsfördernd)
- Unterstützung des Stoffwechsels, unter gleichzeitiger Förderung einer Nährstoffzufuhr fürs Gewebe
- Anregung des Lymphflusses
- entzündungshemmende Wirkung durch Abbau von erhöhten Entzündungsmediatoren aufgrund chronischer Vorgänge
- Förderung der Wundheilung
- kann Autoimmunerkrankungen positiv unterstützen
GUT ZU WISSEN:
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Gibt es Indikationen, bei denen es vermieden werden sollte, Pferde unters Solarium zu stellen?
Ja, die gibt es. Du solltest dein Pferd auf keinen Fall unter ein Pferdesolarium stellen, wenn es Probleme mit den Nieren hat. Ganz entgegen der Annahme, dass Wärme auch hier guttun sollte, haben Forschungen ergeben, dass die Nierentätigkeit noch weiter herabgesetzt wird, sobald den Nieren Wärme zugeführt wird. Zudem sind Herzbeschwerden ein Ausschlusskriterium. Lies hier, welche Probleme ebenfalls zur Meidung von Pferdesolarien führen sollten.
Kontraindikationen bei der Besonnung durch Pferdesolarien:
- Nierenprobleme, Nebenniereninsuffizienz
- Herzbeschwerden (Herzinsuffizienz) und Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Fieber und fieberhafte Infektionskrankheiten
- akute Entzündungen wie rheumatoide Arthritis (Gelenkentzündung)
- offene Wunden, da deren austrocknen die Heilung verzögert
- Thrombosen, Ödeme und Tumore
- Diabetes mellitus (Typ 1)
- Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
- Einnahme lichtempfindlicher oder die Lichtempfindlichkeit steigernder Medikamente
AUFGEPASST:
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Solarium für Dein Pferd? Na unbedingt!
Nicht nur Pferde, die tagtäglich in der Box stehen, von dort aus in die Reithalle und nach dem Training wieder zurück in ihre Box geführt werden, leiden an Lichtmangel. Doch besonders bei ihnen kann Lichtmangel, wie beim Menschen auch, zu Blutarmut (Anämie) führen. Verminderte Leistungsfähigkeit und die Einlagerung von Wasser können die Folge sein. Im Hinblick darauf, dass Pferde wirklich Bewegungstiere sind, auf ihrer Futtersuche stets unterwegs waren und täglichem Sonnenlicht, ja allen Jahreszeiten und Wetterbedingungen ausgesetzt waren, wird deutlich, dass selbst ein Paddock-Pferd mit vier bis fünf Stunden „Auslauf“ oder Weidegang nicht genügend Licht erhält. Licht und Wärme sind aber auch für Pferde essentiell und es gibt viele weitere Aspekte, die neben der Gesundheitsfürsorge für den Einsatz von Pferdesolaren sprechen.
Vor dem Training:
Hast du dein Pferd an einem Regentag gerade vom Paddock geholt, erwärmt ein 20-minütiger Solariumaufenthalt das kalte Gemüt und trocknet natürlich den Pferdekörper. So musst du keinen nassen Sattel aufs Pferd legen.
Eine gut durchblutete Muskulatur ist vor Trainingsstart zudem von Vorteil. Schon fünfzehn Minuten unter dem Solarium reichen hierfür aus. Die Muskulatur wird vorgewärmt, kann sich dehnen, und die Durchblutung wird angeregt. Das kann besonders für Pferde mit Rückenproblemen bedeutend sein. Dabei ist ein gutes Aufwärmtraining selbstverständlich immer noch erforderlich, aber dein Pferd muss keinen „Kaltstart“ mehr hinlegen.
Aus diesem Grund ist die Nutzung eines Solariums vor dem Training nicht nur im Winter, sondern auch bei klimatisch angenehmeren Temperaturen empfehlenswert.
ÜBRIGENS
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Nach dem Training:
Ein geschwitztes Pferd kann unter dem Solarium gut trocknen. Ausgezeichnet eigenen sich hierfür die Summerwind Solarien wie beispielsweise das SUMMERWIND Pferdesolarium Premium mit Steuerungskasten und Lift, welches neben der de Luxe-Serie ein patentiertes Umluftsystem enthält. Durch diese Umluft wird die Feuchtigkeit aus dem Pferd abtransportiert, ohne dass es nach dem Solariumaufenthalt nachschwitzt. Das ist ein großer Vorteil. Gleichzeitig erreicht diese erwärmte Umluft den gesamten Rumpf des Pferdes, bis hinunter zum Bauchgurt. Damit wird eine wohltuende Wärme um das ganze Pferd herum inklusive gleichmäßiger Trocknung erreicht.
Zudem wird dank der tieferen Wärme bei jedem Pferdesolarium das Immunsystem gestärkt: Es weiten sich die Blutgefäße, Stoffwechselprodukte werden entschlackt, der Lymphfluss angeregt, was alles zusammen eine entzündungshemmende Wirkung mit sich bringt.
Ein weiterer, sehr wichtiger Aspekt: Besonders das IR-A-Licht im Pferdesolarium sorgt dafür, dass das in der Muskulatur hängende Laktat der Milchsäure schneller abgebaut wird. Damit verhinderst du eine tiefe Ermüdung und Erschöpfung deines Pferdes. Allerdings keinen Muskelkater, denn der entsteht durch klitzekleine Muskelfaserrisse, nicht aber durch Laktat in den Muskeln.
BEACHTE
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Licht & Wärme für die Seele:
Es ist allgemein bekannt, wie enorm wichtig Sonnenlicht und Wärme für die Psyche sind – und das für fast alle Lebewesen. Wenn dein Pferd nun lange Zeit in einer Box steht, können sich Wärme und UV-Licht – in diesem Fall die Nutzung eines Pferdesolariums – positiv auf Psyche und mentale Leistungsbereitschaft auswirken. Denn UV-B-Strahlung, die in manchen Pferdesolarien durch UV-Lampen verfügbar wird, unterstützt die Produktion von Vitamin D. Das hat eine stimmungsaufhellende Wirkung auf dein Pferd, da dieses Vitamin auch die Ausschüttung des Hirnbotenstoffs Serotonin (Glückshormon) steuert und gleichzeitig die Verwertung von Dopamin und die Synthese von Noradrenalin (ebenfalls Botenstoffe) beeinflusst. Alle gemeinsam wirken sie positiv auf die Pferdepsyche.
Dauer der Infrarotbehandlung
Du kannst dein Pferd tatsächlich täglich unters Solarium stellen. Gerade, wenn es als therapeutische Unterstützung gedacht ist, kann seine Tiefenwärme und die mögliche UV-Strahlung besonders hilfreich sein. Wenn dir das zu viel erscheint, wird dreimal wöchentlich aber auf jeden Fall empfohlen – durchaus vor und nach dem Training. Die Dauer sollte auf fünfzehn bis zwanzig Minuten eingestellt werden. Zu kurz hat keine tiefdringende Wirkung, zu lang kann auf das Herz-Kreislauf-System schlagen. Außerdem könnte das Pferd dann einen Hitzekollaps erleiden, sehr erschöpft wirken oder sogar krampfen. Schon eine Erhitzung um über 12 Grad Celsius sollte vermieden werden.
Wichtig ist auch, dass du dein Pferd nach dem Solarium nicht gleich wieder in den Regen stellst. Sorge für sein weiteres Wohlergehen, indem du ihm eine Pferdedecke auflegst. Auch dann, wenn es nach seiner Solariumzeit in die Box geht.
Wie und wo sollte ein Pferdesolarium angebracht werden?
- Die meisten Pferdesolarien werden unter einer stabilen Decke im Stall angebracht. Sie schweben an Gestängen oder Liften und sind dann in der Höhe verstellbar.
- Dabei ist darauf zu achten, dass sie mit einer Höhendistanz von mindestens 60 cm vom Pferdekörper entfernt hängen. Achte bei der Höhe immer auf die Herstellerinformationen! Meistens liegt der empfohlene Abstand zwischen 60 und 80 Zentimetern (50 cm beispielsweise bei COLUMBUS).
- Zudem ist es ratsam, den Bereich, in dem dein Pferd während der Wärmebehandlung steht, abzugrenzen. Mit Paddock-Abtrennungen beispielsweise. So befindet sich dein Ross in einem geschützten Rahmen, kann entspannen, und du musst nicht die ganze Zeit daneben stehen. Wenngleich auch du die wohltuende Wärme sofort spüren wirst!
- Ebenso sollten an beiden Seitenwänden Anbinder für Pferde angebracht sein. Mit Anbindegurten oder Anbindeketten kannst du dann dafür sorgen, dass dein Pferd mittig unter dem Solarium angebunden ist. Die meisten Pferde lieben es zwar, genießen die Wärme und bleiben ruhig unter dem Pferdesolarium stehen, aber besser ist besser …
Was kostet ein Pferdesolarium?
Wir führen Pferdesolarien in einer preislichen Range zwischen circa 2.300 und rund 12.500 Euro. Professionelle Geräte, wie sie beispielsweise von Spitzensportlern und Pferdeställen mit großem Pferdebestand eingesetzt werden, liegen dabei eher im höheren Preissegment. Für Privatleute mit Pferden am eigenen Hof oder Ställe mit wenigen Einstellpferden sind kleinere Geräte aber nicht weniger sinnvoll.
KOSTENGÜNSTIG
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Fazit
Die Anschaffung eines Pferdesolariums ist nicht wirklich günstig, dennoch ist sie jeden Cent wert. Denn die körperliche und geistige Fitness deines Pferdes werden gesteigert. Eure Aufwärmphasen vor dem Reiten können sich verkürzen, Verspannungen und Schmerzen reduzieren sich auch und wenn dein Pferd geschwitzt aus der Halle, oder regennass von der Koppel kommt, ist nichts leichter, als es für 20 Minuten unter ein Pferdesolarium zu stellen. Dabei kann es relaxen, nach dem Training überschüssiges Laktat aus den Muskeln abbauen und du kannst dich schon der Zubereitung des Pferdefutters zuwenden. Außerdem ist ein Pferdesolarium als therapeutische Unterstützung mit Wirkung von Tiefenwärme zur Genesung und Gesunderhaltung deines Lieblings besonders hilfreich.
Quellen:
bfs.de/DE/themen/opt/sichtbares-licht/einfuehrung/einfuehrung.html
dak.de/dak/gesundheit/bewegung-und-sport/sport-fakten-wissen/laktat-darum-entsteht-es-beim-sport_29484
asklepios.com/presse/presse-mitteilungen/bad-wildungen/vitamin-d~ref=9837f0e0-92c9-4366-8b73-8a9d34d1b632~#:~:text=Vitamin%20D%20spielt%20eine%20wichtige,die%20Stimmung%20und%20psychische%20Verfassung.
pferdefitundvital.de/2023/04/12/haut-haar/
thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/s-0028-1114000
bfs.de/DE/themen/opt/anwendung-medizin-wellness/infrarot/infrarot.html
stada.de/gesundheit/lexikon/h/hautaufbau
bfs.de/DE/themen/opt/ir/einfuehrung/einfuehrung_node.html#:~:text=Unterteilung%20in%20IR%20%2DA%2D%2C%20IR%20%2DB%2D%20und,IR%20%2DC%2DStrahlung%20(3000%20Nanometer%20bis%201%20Millimeter).
bfs.de/DE/themen/opt/uv/wirkung/wirkung_node.html
philips.de/c-f/XC000003494/wie-funktioniert-das-philips-infracare-infrarotlicht
Beitragsbild:
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