Ein ruhiger Morgen auf der Weide – bis du plötzlich ein Schaf siehst, das mit zappelnden Beinen auf dem Rücken liegt und nicht mehr aufstehen kann. Was auf den ersten Blick vielleicht lustig oder unbeholfen aussieht, ist in Wahrheit ein lebensgefährlicher Notfall.
In diesem Ratgeber erklären wir dir, warum „Schafe schubsen“ eine der wichtigsten Handgriffe in der Schafhaltung ist, wie du einem festliegenden Schaf richtig aufhilfst und wie du das Festliegen in Zukunft verhinderst.
Inhaltsverzeichnis
Warum liegen Schafe überhaupt auf dem Rücken?
Dass ein Schaf auf dem Rücken landet, ist in der Regel eine Verkettung unglücklicher Umstände. Besonders häufig betroffen sind übergewichtige Tiere oder hochtragende Mutterschafe. Durch das zusätzliche Gewicht – sei es durch Fettreserven oder ungeborene Lämmer – verlagert sich der Körperschwerpunkt. Kippt das Tier beim Hinlegen oder Wälzen leicht zur Seite, kann es passieren, dass es vollständig auf den Rücken rollt und ein eigenständiges Aufrichten nahezu unmöglich wird. Aber auch Tiere mit vollem Vlies können in diese Notlage geraten: Die dichte, ungeschorene Wolle macht Schafe kopflastig und instabiler.
Auch äußere Faktoren spielen eine Rolle. Unebener Boden, Mulden auf der Weide, Maulwurfshügel oder ein rutschiger Untergrund erhöhen das Risiko für das Festlegen. In solchen Vertiefungen fehlt dem Tier der nötige Halt, um Schwung zu holen und sich zurückzudrehen.
Ein Schaf auf dem Rücken ist also kein seltenes Phänomen. Vor allem während der Lammzeit oder bei gut genährten Herden kann es immer wieder vorkommen.
Was passiert, wenn ein Schaf auf dem Rücken liegt?
Für ein Schaf ist die Rückenlage eine lebensgefährliche Situation. Schafe sind Wiederkäuer, das heißt, ihr Verdauungssystem ist darauf ausgelegt, große Mengen pflanzlicher Nahrung im Vormagen, dem sogenannten Pansen, zu vergären. Dabei entstehen kontinuierlich Gase, die normalerweise durch Rülpsen entweichen. In der Rückenlage wird dieser Prozess gestört, Gase können nicht mehr normal entweichen und es kommt schnell zur gefährlichen Tympanie (Blähung). Gleichzeitig drückt das Körpergewicht auf Lungen und große Blutgefäße, was den Kreislauf des Tieres massiv belastet. Das Schaf bekommt schlechter Luft, wird schwächer und kann schließlich kollabieren.
AUFGEPASST:
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So geht „Schafe schubsen“ richtig:
Wenn du ein Schaf entdeckst, das auf dem Rücken liegt, solltest du ruhig und besonnen handeln. „Schafe schubsen“ bedeutet nicht, dass du ein Tier grob stoßen oder treten solltest, sondern bezeichnet vielmehr ein kontrolliertes und vorsichtiges Umdrehen.
Zunächst solltest du dich dem Tier langsam nähern, um zusätzlichen Stress zu vermeiden. Hast du einen Hund dabei, solltest du ihn unbedingt anleinen und im Idealfall mit etwas Abstand zur Herde warten lassen. Wichtig beim Betreten der Weide: Achte darauf, dass du keine Umzäunung beschädigst. Hab außerdem deine eigene Sicherheit im Kopf: Befindet sich zum Beispiel ein Herdenschutzhund bei der Herde, solltest du nicht einfach zu dem Tier gehen, sondern lieber Hilfe alamieren.
Es kann sein, dass das Schaf schon aufspringt, wenn du näherkommst – dann handelt es sich um einen falschen Alarm. Bleibt es liegen, besteht Handlungsbedarf: Knie dich zum „Schafe schubsen“ am besten seitlich neben das Schaf, idealerweise auf der Seite des Rückens. Das Vlies an Schulter- und Hüftbereich lässt sich besonders gut greifen. Du kannst deine Hände aber auch gegen den Rücken lehnen. Alternativ kannst du das Schaf auch vorsichtig an den Beinen (Vorder- und Hinterbeine auf einer Seite) festhalten. Kippe das Schaf dann seitlich – nicht ruckartig, sondern mit gleichmäßigem Druck, bis es auf der Seite liegt. Anschließen kannst du ihm in die Brustlage helfen (Brust unten, Beine unter dem Körper). So kann das Tier gut in den Stand finden, eventuell braucht es dabei aber auch noch deine Hilfe.
WICHTIG:
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Damit du es dir besser vorstellen kannst, findest du hier ein Video, in dem das „Schafe schubsen“ demonstriert wird:
Vorbeugung: So lässt sich das Risiko reduzieren
Wenn du selbst Schafe hältst, gibt es einige einfache Maßnahmen, die das Risiko des Festlegens deutlich reduzieren:
- Regelmäßiges Scheren: Sollte sowieso selbstverständlich sein, ist aber besonders vor der Trächtigkeit wichtig, um das Vlies und damit das Körpergewicht zu reduzieren.
- Gewichtskontrolle: Übergewichtige Schafe haben ein deutlich höheres Risiko, sich festzulegen. Eine bedarfsgerechte Fütterung ist entscheidend.
- Geländegestaltung: Steile Hänge und unebenes Gelände erhöhen das Risiko. Falls möglich solltest du für flache, sichere Liegeflächen sorgen.
- Tägliche Kontrolle der Herde: Besonders bei trächtigen Tieren gilt: Morgens und abends kontrollieren, ideal auch zur Mittagszeit.
Weitere häufig gestellte Fragen zum Thema „Schafe schubsen“ (FAQ):
Darf ich als Spaziergänger fremde Schafe anfassen?
Ja, in einer Notsituation darfst und solltest du auch helfen. Versuche dabei aber keine unnötige Panik zu verursachen und dich respektvoll zu verhalten. Außerdem solltest du deine eigene Sicherheit beachten.
Können Schafe alleine aufstehen?
Nein, wenn sie auf dem Rücken liegen und die Beine nach oben gestreckt haben, meistens nicht mehr. Liegen sie auf der Seite, kann es sein, dass sie auch nur schlafen. Dann werden sie vermutlich aufstehen, sobald du dich näherst.
Wie erkenne ich, ob ein Schaf Hilfe braucht?
Es liegt flach auf dem Rücken, die Beine strampeln in der Luft und/oder es wirkt panisch oder apathisch.
Wie lange dauert es, bis es gefährlich wird?
Die Rückenlage ist für Schafe ein lebensgefährlicher Notfall. Bereits nach ein bis zwei Stunden kann es kritisch werden, insbesondere bei tragenden Tieren.
Sollte ich den Besitzer informieren?
Am besten ja. Meistens sind die Kontaktdaten des Besitzers am Zaun zu finden. Ansonsten kannst du auch beim lokalen Veterinäramt oder der Landwirtschaftskammer nachfragen, wem die besagte Herde gehört. Da jeder Schafhalter seinen Bestand dort registrieren muss, können diese Stellen den Eigentümer anhand des Weideortes identifizieren. Ansonsten können oft auch lokale Landwirte oder Nachbarn weiterhelfen. Wichtig: Wenn es sich um eine „herrenlose
Fazit
„Schafe schubsen, leben retten“ ist also weit mehr als eine flapsige Redewendung. Tatsächlich kann ein kurzer Moment der Aufmerksamkeit darüber entscheiden, ob ein Tier überlebt. Sowohl Halter als auch Spaziergänger können durch umsichtiges Handeln einen wichtigen Beitrag zum Tierwohl leisten.
Für Schafhalter bedeutet das vor allem: Regelmäßige Kontrollgänge, insbesondere während der Trächtigkeit, sowie eine angepasste Fütterung zur Vermeidung von Übergewicht. Auch eine gepflegte, möglichst ebene Weidefläche reduziert das Risiko erheblich.
Ein Schaf auf dem Rücken ist kein harmloser Anblick, sondern ein Notfall. Wer die Hintergründe kennt und weiß, wie richtig zu handeln ist, kann mit wenigen Handgriffen Schlimmeres verhindern und im wahrsten Sinne des Wortes Leben retten.
Hast du schon mal ein Schaf geschubst? Erzähl uns in einem Kommentar gerne von deinen Erfahrungen und teile den Beitrag, um Leben zu retten.
Quellen:
rund-ums-schaf.at/futter/verdauungssystem/
geo.de/natur/tierwelt/warum–schafe-schubsen–nicht-so-lustig-ist–wie-es-klingt-33643034.html
uni-ulm.de/einrichtungen/garten/gruenes-klassenzimmer/virtuelles-gruenes-klassenzimmer/lebensraum-wiese/das-schaf-nahrungsaufnahme-und-verdauung/
landundforst.de/niedersachsen/schafe-schubsen-erlaubt-ruecken-liegen-569682
lv-lueneburger-heide.de/schafe-schubsen-dient-dem-schutz-der-tiere/
landtiere.de/weitere-tiere/retten-koennen-schafe-schubsen-wenn-urlauber-leben-92397325.html
landwirtschaftskammer.de/Landwirtschaft/tierproduktion/schafhaltung/index.htm
Videos:
youtu.be/BsFWMDQ-19Q?si=SbheaeZhf14fBFFG
youtu.be/3Tk8iK1oSYQ?si=d5ZgK-mye9VKbzed&t=51
Beitragsbild:
Das Titelbild wurde mit KI generiert und nachbearbeitet.






