HINWEIS:
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Der Alltag mit Hund schenkt viele großartige Momente. Das Einsammeln des Hundekots gehört wahrscheinlich nicht dazu. Dennoch ist es hilfreich genauer hinzuschauen, sobald du den Haufen in einem Hundekotbeutel entsorgst. Denn Menge, Farbe und Konsistenz des Hundekots sagen viel darüber aus, wie es deinem Liebling gesundheitlich geht.
In unserem Ratgeber erfährst du, auf welche Kriterien du achten solltest, wenn du den Stuhlgang deines Hundes beurteilst und welche Gründe es haben kann, dass der Kot verändert ist. Tierarzt Dr. Marcus Menzel erklärt, was bei der Beurteilung des Hundekost zu beachten ist und geht auf die Fütterung von Hunden ein.
Inhaltsverzeichnis
Tierarzt Dr. Marcus Menzel über Hundekot und Ernährung
Täglich sammelst du den Kot deines Hundes ein, verpackst ihn im Hundekotbeutel, aber wirfst du auch einen Blick darauf, um ihn zu analysieren? Den Hundekot auf Farbe und Konsistenz hin zu betrachten, kann dir einiges über die Gesundheit, den Darm und die Darmflora deine Hundes erzählen. Das Immunsystem im Darm, auch Darmmikrobiom genannt, ist das wichtigste im Körper und kann dir beispielsweise von einer optimalen oder weniger optimalen Verdauung Bericht erstatten – ganz einfach, indem du den Hundekot lesen lernst. Tierarzt Dr. Marcus Menzel erklärt hierzu, was wichtig ist:
Dr. Menzel, was sollte der Hundehalter bei der Beurteilung des Hundekots unbedingt beachten? Und welche Faktoren führen aus Ihrer Sicht zu einem dringenden Tierarzt-Besuch?
Der Hundehalter sollte darauf achten, dass der Kot zuerst einmal in festen, aber nicht extrem harten Bestandteilen und dies kontinuierlich wenigstens zweimal täglich, über den Tag hinweg, abgesetzt wird. Es sollten keine Blutbestandteile (hell wie dunkel), kein Schleimüberzug, keine Parasiten und selbstverständlich keine Fremdbestandteile wie Fremdkörper, aber auch kein Gras oder ähnliches darin sein.
Insbesondere Blutbeimengungen, Schleimüberzug und Fremdkörper bedürfen eines dringenden Tierarztbesuchs. Fütterungen wie Barfen – und hierbei das häufige Fressen von Knochen – führt leider oft zu Knochenkot und/oder Blut im Kot.
Hund ist nicht gleich Hund, denn die Größenunterschiede der unterschiedlichen Züchtungen führten ja auch zu veränderten Verdauungsphysiologien. So heißt es in einer Studie, dass der Wassergehalt im Hundekot mit der Größe der Hunde zunehme, die Konzentration fäkaler Gallensäure mit der Körpergröße aber abnimmt. Auch das Alter nimmt natürlich Einfluss auf den Stuhl des Hundes.
Können Sie dennoch eine pauschale Aussage dazu treffen, wie ein gesunder Hundehaufen aussehen sollte?
Ergänzend zu oben könnte man sagen, dass die Kotfarbe leicht hellbraun bis dunkelbraun sein dürfte.
Man weiß heute um die hochkomplexe Bakterienzusammensetzung im Darmtrakt von Hunden. Und, dass das Darmmikrobiom für eine gute Gesundheit entscheidend ist, ist auch bekannt. Zum Beispiel gelten Bakteriengruppen, die bei Durchfall häufig abnehmen, als wichtige Produzenten kurzkettiger Fettsäuren und könnten für die Darmgesundheit von Hunden von Bedeutung sein.
Was empfehlen Sie, um das Darmmikrobiom eines Hundes grundsätzlich zu stabilisieren beziehungsweise zu stärken?
Wir empfehlen keine Zusatzfuttermittel hierzu. Das ist in der Regel nur Geldmacherei. Vielmehr empfehlen wir eine ausgewogene und auf den Hund und dessen Bedürfnisse (reiner Couch-Potatoe oder Sporthund, auch sehr stark rasseabhängig, etc.) abgestimmte Ernährung. Entgegen dem Zeitgeist, der oft fälschlicherweise besagt, dass das klassische, auf dem Markt erhältliche Futter schlecht für die Hunde wäre, muss man festhalten, dass in Deutschland nur entsprechend vorgegebenen Mindeststandards geprüfte Futtermittel verkauft werden dürfen.
Ebenso kann natürlich jeder Besitzer nach Gusto auch selbst Futtermittel kochen, zusammenstellen, barfen, etc. Hierbei sollte jedoch immer darauf geachtet werden, dass auch die Mineral- und Spurenelemente ausgewogen zugefüttert werden. Was am allerwenigsten Sinn macht, sind sicherlich und immer Besitzerleckerlis, die heute leider mannigfaltig in den diversen Supermärkten zu kaufen sind (Zucker und Kalorien!).
Welche Hintergründe hat das Fressen von Kot beim Hund und was ist zu tun, wenn dem Hundehalter solches Verhalten auffällt?
Das Fressen von Kot ist leider und oft eine extreme Unart von Hunden. In der mir bekannten Literatur wird nicht davon gesprochen, dass es ein Ausdruck von Mangelernährung oder Unterversorgung mit Spurenelementen wäre.
Um den Kot deines Hundes noch genauer unter die Lupe nehmen zu können, haben wir dir weitere Fragen rund um Hundekot, seine Konsistenz und mögliche Farbvarianten beantwortet.
Wie oft sollte ein Hund am Tag Stuhlgang haben?
Die Menge und die Zusammensetzung des Hundekots wird natürlich davon beeinflusst, womit du deinen Hund fütterst, wieviel er davon erhält und wie oft er gefüttert wird. Generell gilt: Setzt das Tier weniger Stuhl ab, nimmt es mehr Nährstoffe auf und verwertet sie. Wenn du deinem Liebling zum Beispiel leicht verdauliches und proteinreiches Hundefutter gibst, wird er nur kleine Mengen an Stuhl absetzen. Je hochwertiger das Futter vom Hund verdaut wird, desto geringer ist also die Kotmenge.
Andere Faktoren spielen eine Rolle, wenn es darum geht, wie häufig ein Hund Kot absetzt. Zum Beispiel beeinflussen Hunderasse und Haltungsbedingungen wie oft dein Vierbeiner täglich „muss“. Aber grundsätzlich angemessen ist, der zweimalige tägliche Kotabsatz.
Interessant dabei ist, dass eine kurze, also zu schnelle Darmpassage zu einem fauligen Geruch des Hundekots führen kann. Denn hierbei entstehen vermehrt die flüchtigen Fettsäuren, die für diesen Geruch verantwortlich sind. Deinen Hund stört dieser Geruch leider nicht. Ganz im Gegenteil: Die flüchtigen Fettsäuren im Hundekot – auch in dem von fremden Hunden – sind für deinen, vom Wolf abstammenden Freund, eher wohlriechend und kein Grund, Hundekot zu ignorieren oder diesen nicht zu fressen. Doch stinkt Hundekot weniger, je geringer der Wasseranteil in ihm ist.
Was sagt die Konsistenz des Hundekots über die Hundegesundheit aus?
Hier ist erst einmal wichtig zu wissen, dass die bereits durch den Magen vorverdaute Nahrung wichtige Nährstoffe wie Eiweiße, Mineralstoffe und natürlich Fette sowie Kohlenhydrate durch die Darmwand des Dünndarms ans Blut abgibt, um dem Hundekörper die Aufnahme dieser lebensnotwendigen Nährstoffe zu ermöglichen. Was übrig bleibt, und auch vom Dickdarm – er nimmt Wasser und weitere Mineralstoffe auf – nicht mehr resorbiert werden kann, ist die Ausscheidung als Hundekot.
Verständlich wird nun, dass der Kot deines Hundes ein besonderes Augenmerk verdient. Denn sowohl schlecht verdaute Nahrung (durch richtig dicke Haufen erkennbar) als auch die Konsistenz und Farbe von Hundekot können alarmierende Defizite der Hundegesundheit aufzeigen. Ein gesunder Hundekot ist wohlgeformt, nicht zu hart und nicht zu weich.
Doch harten Kot kann das Tier schwer absetzen …
Beispielsweise quält sich ein Hund beim Drücken und kann dabei Schmerzen entwickeln, den Rücken aufwölben und immer wieder versuchen, Kot herauszudrücken. Die Gründe für eine Verstopfung können vielfältig sein. Sollten weitere Symptome wie Abgeschlagenheit und Schmerzen hinzukommen, macht es Sinn, nicht lange abzuwarten und deinen Tierarzt um Rat zu fragen.
Harter Stuhlgang beim Hund kann folgende Ursachen haben:
- ballaststoffarmes Futter
- zu wenig Flüssigkeits-Aufnahme
- keine ausreichende Bewegung
- das Füttern von Knochen
- Dehydrierung
Was macht Hundekot weicher?
Als Hundehalter kannst du hartem Hundekot und drohender Verstopfung – wenn ernährungs- und haltungsbedingt – mit einfachen Mitteln entgegenwirken:
- Bewege deinen Hund intensiv!
Beim Gassi gehen und beim Hundetraining hat dein Vierbeiner nicht nur Spaß und Abwechslung. Bewegung hält auch die Verdauung auf Trab, der Stoffwechsel kommt in Gang und die Lunge kann durchatmen. - Gib deinem Tier ausreichend zu trinken!
Es ist wichtig, dass du deinem Hund über Hundenäpfe oder Trinkbrunnen ständig Wasser zur Verfügung stellst. Ein Hund, der Trockenfutter bekommt, benötigt mehr Trinkwasser als ein Tier, das hauptsächlich mit Nassfutter ernährt wird. Am besten bietest du ihm an mehreren Stellen in Haus und Garten Wasser an. - Füttere deinen Vierbeiner ausgewogen und mit vielen Ballaststoffen!
Ballaststoffe regulieren die Verdauung. Wie bei uns Menschen helfen Leinsamen, Kleie oder Flohsamen, die Verdauung beim Hund zu verbessern.
… und weicher sowie dünnflüssiger Hundekot ist ebenso wenig wünschenswert.
Ja, Ballaststoffe regulieren die Verdauung, indem die Darmbakterien die unverdauliche, resistente Stärke als Nahrung aufnehmen und mit ihr gedeihen. Eine schlechte Verdauung hingegen kann zu weichem und sogar dünnflüssigem Hundekot führen, der anstelle des üblichen rund 70-prozentigen Wasseranteils dann plötzlich über 85 Prozent Wasser haben kann. Bei akutem, wässrigem Durchfall und schlechtem Allgemeinbefinden nimm rasch Kontakt zu deinem Tierarzt auf. Gerade junge Hunde können schnell austrocknen und benötigen Unterstützung.
Weicher Kot oder Durchfall beim Hund kann mehrere Auslöser haben:
- Allergien und Unverträglichkeiten (Dickdarmdurchfall)
- Umstellung des Futters (meist Dickdarmdurchfall)
- stressige Ereignisse (Dünn- und Dickdarmdurchfall)
- Darmentzündungen, bakterielle Infektionen (Dünndarmdurchfall)
- Medikamentengabe/Nebenwirkungen (Dünn- und Dickdarmdurchfall)
- Würmer, Giardien und Kokzidien (Dünn- und Dickdarmdurchfall)
- fehlende Verdauungsenzyme durch Erkrankung der Bauchspeicheldrüse
- Tumore
- Vergiftung
Man kann bei Durchfall zwischen Dünn- und Dickdarmdurchfällen unterscheiden. Durchfälle des Dickdarms sind mit Futterabstinenz von bis zu 24 Stunden (eine komplette Leerung des Darms) und anschließender Schonkost wie Reis, Hühnchen und Möhren – natürlich alles gekocht – auch mal allein zu beheben, wenn der Durchfall nicht länger als 1-2 Tage anhält (bereits 14-tägiger Durchfall wird als chronisch betrachtet). Bei Dünndarmdurchfall oder einer Mischung aus beidem, sollte dein Hund aber immer vom Tierarzt untersucht werden.
Was macht Hundekot härter?
Konnten vom Tierarzt Parasiten und weitere krankhafte Ursachen als Grund für den weichen Kot deines Lieblings ausgeschlossen werden, verträgt dein Tier möglicherweise das Futter nicht. Manche Hunde verdauen zum Beispiel einen hohen Anteil von Kohlenhydraten in ihrem Futter nicht gut. Wie Dr. Marcus Menzel schon erwähnte, enthalten Leckerlies beispielsweise hohe Mengen an Zucker, also Kohlenhydrate, die oft schwer verdaulich sind.
- Stelle das Hundefutter um!
Du kannst über schrittweises Umstellen der Nahrung versuchen herauszufinden, welches Futter für deinen Vierbeiner gesünder ist. Dabei solltest du auf leicht verdauliches Eiweiß und nicht zu viele, auf jeden Fall aber leichtverdauliche Kohlenhydrate achten. - Koche für deinen Hund!
Um leichte Darmverstimmungen, akuten Durchfall oder zu weichen Stuhlgang deines Hundes heilsam zu unterstützen, kannst du Karotten kochen und deinem Hund eine Moro´sche Möhrensuppe zubereiten. Auch gekochter Reis wird als diätisch für Hunde gesehen. Beides kann die Verdauung deines Hundes beruhigen und helfen, den Kot zu festigen. - Nimm eine Ernährungsberatung in Anspruch!
Viele Tierärzte bieten eine Ernährungsberatung an. Hier bekommst du Futtermittel in verschiedenen Zusammensetzungen empfohlen, die genau zur Rasse und der Aktivität deines Hundes passen. Tierärzte können dir helfen, das Futter speziell auf die Verdauung deines Hundes abzustimmen, um den weichen Hundekot loszuwerden.
Hundekot: Konsistenz & Formen Infografik
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Was sagt die Hundekot Farbe über die Gesundheit deines Hundes aus?
Die Farbe des Hundestuhls ist normalerweise braun bis dunkelbraun. Je nachdem wie du deinen Liebling fütterst, kann sich der Stuhl vorübergehend durch bestimmte Bestandteile des Futters – beispielsweise zu viel Farbstoff im Trockenfutter – verfärben. Die Farbe des Hundekots kann aber auch auf Krankheiten hinweisen, die einen Tierarztbesuch zur Folge haben sollten. Hier erfährst du, welche Bedeutungen die verschiedenen Hundekot Farben haben können:
Hundekot schwarz (Teerstuhl Hund)
Wenn der Kot deines Vierbeiners sehr dunkel bis schwarz ist, kann das ein Hinweis darauf sein, dass Bereiche im vorderen Magen-Darm-Trakt bluten. Das wird auch Meläna genannt. Die Speiseröhre, der Magen, Zwölffinger- oder der Dünndarm können beim schwarzen Stuhl beim Hund verletzt oder krank sein. Der rote Blutfarbstoff färbt sich während des Verdauungsvorgangs schwarz und wird mit dem Kot ausgeschieden. Den schwarzen Hundekot bezeichnet man auch als Teerstuhl, weil er optisch an schwarz-braunen Teer erinnert. Wenn du Teerstuhl bei deinem Hund feststellst, solltest du auf jeden Fall einen Tierarzt aufsuchen. Anders ist es, wenn du deinen Hund beispielsweise barfst und weißt, er hat jüngst Blut oder Milz im Futter gehabt. Auch bei der Gabe von Kohletabletten/Aktivkohle oder Huminsäuren wie beispielsweise „Humocarb Formuliert“ ist schwarzer Hundekot unbedenklich.
Hundekot grau
Der Kot deines Hundes kann gräulich oder lehmfarben verfärbt sein, wenn Probleme mit der Gallenflüssigkeit bestehen. Grauer Hundekot wird auch als fettig bezeichnet, denn er kann auf eine gestörte Fettverdauung hinweisen (Bauchspeicheldrüse/Pankreas und Galle). Doch auch bei gräulicher Farbe ist es möglich, dass bestimmte Nahrungsmittel nachwirken. Wenn die Verfärbungen mehrere Tage bestehen bleiben, gehst du besser zu deinem Tierarzt und fragst um Rat.
Hundekot weiß
Weißer Hundekot oder heller Hundekot kann darauf hindeuten, dass die Fettverdauung des Tieres gestört ist. Probleme mit der Galle oder der Bauchspeicheldrüse können hier die Ursache sein. Die weiße Farbe kann aber auch von den Knochen stammen, die dein Hund vor Kurzem gefressen hat. Wenn er Probleme mit Knochenkot hat, ist der abgesetzte Stuhl nicht nur weiß, sondern auch bröselig. Später können die Kotbällchen steinhart werden. Knochenkot kann als unverdauter Knochenbrei den Darm blockieren, zum Darmverschluss führen oder den Darm lebensgefährlich verletzen. Kontaktiere auf jeden Fall einen Tierarzt, wenn dein Hund Probleme beim Koten und weißem, bröseligem oder festem Kot hat.
Hundekot gelb oder orange
Wenn dein Vierbeiner Karotten gefressen hat, ist eine gelbe bis orange Farbe des Stuhlgangs nicht verwunderlich. Verändert der Kot seine Farbe jedoch nicht nach kurzer Zeit, kann es ein Hinweis darauf sein, dass die Leber erkrankt ist oder das Tier Gallenprobleme hat. Ebenso verursachen Krankheiten der Bauchspeicheldrüse gelblichen Stuhl. Außerdem kann gelb-oranger Kot Probleme beim Umstellen des Hundefutters anzeigen. Hat dein Hund längere Zeit gelben Kot, sollte er beim Tierarzt vorgestellt werden.
Hundekot grün
Grüner Stuhlgang bei deinem Vierbeiner ist häufig die Folge von grünem Gemüse im Futter. Oder dein Schatz hat im Garten zu viel Gras gefressen, weil er eine Magenverstimmung verspürte. Manchmal weist die grüne Farbe auf Probleme mit der Gallenblase hin. Wenn der Kot längere Zeit verfärbt ist, konsultiere deinen Tierarzt. Ist der Kot plötzlich grünlich-blau, kann auch eine Vergiftung vorliegen. Dann sollte dein Weg sofort zum Tierarzt führen.
Hundekot rot
Roter Stuhlgang oder rote Streifen im Kot gelten als Alarmzeichen dafür, dass sich Blut im Stuhl befindet. Helles Blut tritt auf, wenn der Darmausgang verletzt ist oder der hintere Dickdarm blutet. Bevor du die Ursache von deinem Tierarzt abklären lässt, überlege jedoch, was dein Tier in letzter Zeit gefressen hat. Einzelne Lebensmittel wie zum Beispiel Rote Bete färben den Hundehaufen ebenfalls rot. Stellst du bei deinem Hund blutigen Stuhl fest, musst du ihn zeitnah beim Tierarzt vorstellen.
Hundekot: Farben & Ursachen Infografik
Varianten beim Hundekot – Welche Veränderungen sollten ernst genommen werden?
Hundekot besteht zu einem großen Teil (gut 70 %) aus Wasser. Der Rest ist eine Masse aus unverdaulichen Futterresten, Sekreten aus Galle und Magen-Darm-Trakt, Mikroorganismen und abgestoßenem Epithelgewebe. Wenn hinzu aber schleimige Anteile kommen oder beispielsweise reisförmige weißliche Stellen auftreten, solltest du achtsam werden.
Folgende Veränderungen sind öfters beim Hundekot zu beobachten:
Hundekot schleimig – was steckt dahinter?
Gelegentlicher Schleim im Hundekot ist in der Regel harmlos. Die Darmwände (Becherzellen im Dickdarm) produzieren durchsichtigen bis weißen Schleim. Wenn dein Vierbeiner jedoch gehäuft oder länger als einen Tag Hundekot mit Schleim absondert, solltest du aufmerksam werden, denn das kann auf Entzündungen hinweisen: Hast du das Futterregime für deinen Liebling vor Kurzem umgestellt? Denn häufig auftretender schleimiger Hundekot kann ein Hinweis auf eine Futterunverträglichkeit sein. Auch Darmerkrankungen können zum Beispiel zu schleimigem Stuhlgang des Hunds führen. Insbesondere wenn der Schleim gelb oder rot verfärbt ist, sollte ein Tierarzt die Ursache abklären.
Würmer im Hundekot – welche kannst du erkennen?
Beim Bekämpfen der Würmer beim Hund spielen in Deutschland Spulwürmer, Bandwürmer, Peitschenwürmer und Hakenwürmer eine wichtige Rolle. Manchmal kann man Würmer im Kot eines Hundes entdecken. Sie sehen folgendermaßen aus:
- Spulwürmer:
Spulwürmer siehst du als weiße bis hellbraune Würmer im Hundekot. Sie können bis zu zwanzig Zentimeter lang sein. Der Spulwurm Toxocara canis ist der Wurm, der bei Hunden in Deutschland am häufigsten vorkommt. - Bandwürmer:
Auch den Bandwurm kannst du im Hundehaufen ausmachen. Wenn sich dein Tier mit dem Bandwurm infiziert hat, kannst du weiße reisartige „Körner“ im Hundekot oder an seinem Hinterteil finden. Die reiskornartigen Gebilde stellen sogenannte Segmente des Bandwurms dar, der sich an der Darmwand festgesaugt hat.
Um dich umfassend über Würmer beim Hund zu informieren, lies unseren gleichnamigen Ratgeber „Würmer beim Hund – Überblicke die Endoparasiten deines Hundes und halte sie in Schach!“, der auch über Parasiten wie Kokzidien und Giardien informiert.
TIPP:
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Bleistiftstuhl beim Hund – was ist die Ursache?
Als Bleistiftstuhl beim Hund bezeichnet man Hundekot, der sehr schmal ist und an die Form eines Bleistifts erinnert. Er tritt vor allem auf, wenn das Darmlumen im Enddarmbereich stark verengt ist und das Tier seinen Darm schwer entleeren kann. Da bösartige Erkrankungen wie Tumore dahinterstecken können, sollte ein Tierarzt deinen Vierbeiner untersuchen.
Fettstuhl beim Hund – wann tritt er auf?
Störungen der Gallensekretion und Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse verursachen Fettstühle beim Hund. Fettstühle sind fettig glänzend und oft voluminös. Häufig sind sie gelblich gefärbt und gehen mit Durchfall einher. Sie enthalten in der Regel unverdaute Futterbestandteile. Stelle deinen Vierbeiner beim Veterinär vor, wenn er unter Fettstühlen leidet.
Gelber Durchfall beim Hund – was kann der Auslöser sein?
Gelber Durchfall beim Hund kann ein Hinweis darauf sein, dass dein Vierbeiner mit Giardien befallen ist. Giardien sind einzellige Parasiten, die die Schleimhaut des Dünndarms schädigen. Ursächlich für den gelblichen Durchfall können auch Entzündungen im Magen-Darm-Trakt oder Erkrankungen der Leber, der Gallengänge oder der Bauchspeicheldrüse sein. Stelle deinen Liebling am besten beim Tierarzt vor.
Weitere Hundeprobleme beim Stuhlgang auf einen Blick
| Hundeprobleme beim Stuhlgang: | mögliche Ursachen: |
| Schleimiger Stuhlgang | Bei gehäuftem Auftreten:
· Futterunverträglichkeiten · Darmerkrankungen |
| Bleistiftstuhl | · Verengung im Bereich des Enddarms |
| Fettstuhl | · Störung des Gallenflusses
· Erkrankung der Bauchspeicheldrüse |
| Würmer im Hundekot | · Spulwürmer: hellbraune bis weiße Würmer
· Bandwürmer: reiskornartige Gebilde |
| Gelber Hundedurchfall
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· Befall mit Giardien
· Entzündungen im Magen-Darm-Trakt · Erkrankungen der Leber · Erkrankungen der Gallengänge · Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse |
Fazit zum Thema Hundekot
Du kannst beim Beurteilen des Hundekots viel darüber erfahren, wie es deinem Tier geht. Glücklicherweise sind nicht alle Veränderungen des Hundekots besorgniserregend. Es ist jedoch wichtig, dass du das Aussehen des Hundekots im Blick hast. Befrage deinen Tierarzt lieber einmal zu viel als zu wenig. Denn durch veränderten Kot können sich auch schwere Erkrankungen bemerkbar machen. Damit du dich an Häufigkeit, Form und Farbe des Kots besser erinnerst, kannst du deine Beobachtungen in einer Art Tagebuch notieren. Auf diese Weise hast du zum Beispiel die Reaktionen deines Hundes auf Futterumstellungen über einen längeren Zeitraum besser im Blick.
Und bedenke: Einige Lebensmittel darf der Hund auf keinen Fall fressen. Welche das sind, erfährst du in unserem Ratgeber: „Vorsicht: zwanzig giftige Lebensmittel für Hunde“.
TIPP:
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Quellen:
tiermedizinportal.de/tierkrankheiten/hundekrankheiten/verstopfung-obstipation-beim-hund/073207/3/
wurmbekampfung.eu/wurmbekaempfung-hunde/wuermer-hund/bandwuermer/
parasitenportal.de/wuermer-beim-hund/#feststellung
Zentek, Jürgen: 2016; Ernährung des Hundes; DOI: 10.1055/b-0036-136034; III Ernährungsbedingte Störungen und Diätetik
tierklinik.de/medizin/erkrankungen-des-verdauungsapparates-bei-hund-und-katze/darmerkrankungen
tierwelt.ch/ratgeber/hunde/der-hundekot-als-gesundheitswaechter
medpets.de/verdauungsprobleme-hund/
pfoten.net/hunde-gesundheit/hundekot/
diehundezeitung.com/giardien-beim-hund-faulig-riechende-durchfaelle-und-brechreiz
Bildnachweis:
© Adobe Stock / barneyboogles








Vielen Dank für Ihre Ausführungen.
Ich finde diesen Text wundervoll einfach geschrieben – Fachbegriffe lassen sich nicht immer vermeiden.
Finden Sie es sinnvoll, Ihren Text um veränderten Geruch (mit und ohne verändertem Aussehen des Kots) zu erweitern?
Mein Hund hat auf „Haussegen hängt schief“ jedes Mal mit Durchfall, manchmal zusätzlich mit Erbrechen reagiert. Dazu mußte es nicht laut sein.
Als Alleinerziehende mit Teenagertochter mußte ich mir auch für die seelische und körperliche Gesundheit unseres Hundes sehr schnell ein dickes Fell zulegen und mich in mehr Gelassenheit üben.
Es war allerdings auch mein erster Hund.
Ich kann mich nicht davon frei sprechen, Symptome in seinem Verhalten nicht bemerkt oder falsch gedeutet zu haben.
Hallo Frau Caspersen,
vielen Dank für Ihr Feedback und Ihre offenherzige Mitteilung. Ich freue mich, dass Ihnen unser Ratgeber gefallen hat.
Ihre Anregung zur Erweiterung des Textes um den Aspekt des veränderten Geruchs von Hundekot ist sehr wertvoll. Tatsächlich können solche Veränderungen wichtige Hinweise auf mögliche gesundheitliche Probleme bei einem Hund sein. Wir werden diese Information in einer zukünftigen Aktualisierung berücksichtigen.
Es klingt, als ob Sie und Ihr Hund bereits eine Menge gemeinsam durchgestanden haben. Es ist natürlich und menschlich, insbesondere als Ersthundebesitzer, nicht immer alle Anzeichen sofort richtig zu deuten. Jeder von uns lernt ständig dazu, und das Wichtigste ist, dass wir das Wohl unserer vierbeinigen Freunde im Auge behalten und stets bereit sind, bei Bedarf professionellen Rat einzuholen.
Vielen Dank noch einmal für Ihre konstruktiven Anmerkungen und Ihre Teilnahme an dieser Diskussion. Ich hoffe, dass Sie und Ihr Hund weiterhin ein glückliches und gesundes Leben führen werden.
Beste Grüße,
Birgit Lorbacher
Das Thema Hundekot beschäftigt mich bereits seit langem. Mein kleiner Begleiter jumper hat seit langer Zeit abwechselnde Kotkonsistenzen. Kurios ist das er immer am Nachmittag weichen Kot absetzt in einer Form aber sehr weich . Er bekommt Fleischrolle Ziege mit barf Zusätzen . Den Rest des Tages ist der Kot bestens geformt. Was kann das sein ?
Hallo Frau Wollschläger, vielen Dank für Ihre Nachricht.
Das Thema wechselnde Kotkonsistenzen bei Hunden kann tatsächlich viele Fragen aufwerfen, und es ist verständlich, dass Sie sich Sorgen um Ihren kleinen Begleiter Jumper machen.
Es ist gut, dass Sie bereits das Futter und die Tageszeit in Betracht ziehen, da diese Faktoren durchaus eine Rolle spielen können. Allerdings ist es für uns schwierig, eine genaue Ursache zu bestimmen, ohne eine direkte Untersuchung des Hundes. Daher empfehle ich Ihnen, sich mit Ihrem Anliegen an Ihren Tierarzt oder Ihre Tierärztin zu wenden. Sie können Jumper gründlich untersuchen und Ihnen spezifische Ratschläge geben, die auf seinen individuellen Gesundheitszustand und Bedürfnissen basieren.
In der Zwischenzeit ist es hilfreich, ein Tagebuch über Jumpers Futteraufnahme und Kotbeschaffenheit zu führen, um dem Tierarzt oder der Tierärztin genaue Informationen zur Verfügung zu stellen. Wir wünschen Jumper alles Gute und hoffen, dass Sie bald eine Lösung finden.
Viele Grüße,
Birgit Lorbacher