Mandarinen sind besonders in der Winterzeit ein beliebter Snack für uns Menschen. Doch wie sieht es bei Pferden aus? Dürfen Pferde Mandarinen essen oder sind die süßen Zitrusfrüchte eher ungeeignet für die Fütterung? Die Antwort erfährst du in diesem Ratgeber.
Inhaltsverzeichnis
Das ist alles in einer Mandarine enthalten
Ob Mandarinen als Leckerli für Pferde infrage kommen, lässt sich am besten anhand ihrer Inhaltsstoffe beurteilen. Eine Mandarine wiegt in der Regel zwischen 70 und 105 Gramm und liefert verschiedene Vitamine sowie wertvolle Nährstoffe.
| Nährstoff | Menge pro 100 g |
|---|---|
| Kalorien | ca. 53 kcal |
| Kohlenhydrate/Zucker | ca. 10,5 g |
| Vitamin C | ca. 30 mg |
| Kalium | ca. 150–157 mg |
| Calcium | ca. 33–35 mg |
| Magnesium | ca. 11 mg |
Besonders auffällig ist der verhältnismäßig hohe Zuckergehalt. Zudem enthalten Mandarinen, wie die meisten Obstsorten, Fruchtsäure. Der Verdauungstrakt des Pferdes ist auf rohfaserreiches Futter wie Heu und Gras ausgelegt – nicht auf größere Mengen zuckerhaltiger Früchten. Deswegen ist hier auch Vorsicht geboten. Gleichzeitig liefert die Mandarine aber auch wertvolle Vitamine und Mineralstoffe, die grundsätzlich positiv zu bewerten sind.
Deswegen gilt: Ja, Pferde dürfen theoretisch Mandarinen essen. Aber es gibt ein paar Dinge, die du bei der Fütterung beachten solltest.
Vorteile – Was spricht für Mandarinen als Pferdeleckerli?
In kleinen, angepassten Mengen können Mandarinen durchaus einen kleinen Beitrag zur Nährstoffversorgung deines Pferdes leisten. Obwohl Pferde Vitamin C grundsätzlich selbst synthetisieren können, kann eine zusätzliche Zufuhr, etwa bei älteren oder geschwächten Tieren, sinnvoll sein, wofür sich Mandarinen perfekt eignen. Darüber hinaus liefern sie Kalium, das die Muskel- und Nervenfunktion unterstützt, sowie Calcium, das zum Aufbau und Erhalt von festen Knochen und Zähnen beiträgt. Auch abseits der Nährstoffe haben Mandarinen einen Vorteil: Als gelegentliches Leckerli sorgen sie für willkommene Abwechslung im Fressalltag und lassen sich gut zur Beschäftigung einsetzen. Nicht zuletzt punkten sie mit ihrem hohen Wassergehalt, der die Flüssigkeitszufuhr deines Pferdes unterstützt – besonders in den trockenen Sommermonaten.
Risiken und Nachteile – Was spricht dagegen?
Trotz der positiven Eigenschaften gibt es einige Punkte, die du als Pferdebesitzer kennen solltest. So kann der enthaltene Fruchtzucker bei regelmäßiger oder zu großer Fütterung die Insulinausschüttung beeinflussen und ist damit besonders für stoffwechselkranke Pferde problematisch. Zwar enthalten Mandarinen weniger Säure als Orangen oder Clementinen, dennoch ist der Säuregehalt ausreichend, um den Zahnschmelz angreifen zu können und bei empfindlichen Pferden die Magenschleimhaut zu reizen. Hinzu kommt, dass zu viel Obst auf einmal die Darmflora aus dem Gleichgewicht bringen und zu Durchfall oder Koliken führen kann. Nicht zuletzt solltest du bedenken, dass Pferde, die regelmäßig süße Leckerlis bekommen, unter Umständen wählerischer beim Heu oder Kraftfutter werden können.
Bei welchen Pferden ist besondere Vorsicht geboten?
Nicht jedes Pferd verträgt Mandarinen gleich gut, weshalb bei bestimmten Tieren besondere Vorsicht geboten ist. Pferde mit EMS (Equines Metabolisches Syndrom) sollten beispielsweise keine Mandarinen bekommen, da der Zuckergehalt den ohnehin belasteten Stoffwechsel zusätzlich belasten kann. Ähnliches gilt für Pferde mit Hufrehe, da Fruchtzucker Reheschübe begünstigen kann. Auch bei Pferden mit Magengeschwüren ist Zurückhaltung angebracht, denn die enthaltene Fruchtsäure kann die empfindliche Magenschleimhaut zusätzlich reizen. Ponys und Kleinpferde reagieren generell empfindlicher auf zuckerreiche Futtermittel, weshalb auch hier die Menge besonders sorgfältig abgewogen werden sollte. Schließlich solltest du bei älteren Pferden mit Zahnproblemen vorsichtig sein – obwohl Mandarinen weich sind, kann die enthaltene Säure empfindliche Zähne belasten.
TIPP:
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Wie füttern? Tipps zur richtigen Gabe von Mandarinen
Wenn du deinem Pferd Mandarinen füttern möchtest, solltest du ein paar Dinge im Hinterkopf behalten: Wichtig ist vor allem, dass Mandarinen nicht zum festen Futterbestandteil werden. Ab und zu schaden sie nicht, zu viel solltest du deinem Pferd aber lieber nicht davon geben. Um auf Nummer sicher zu gehen, solltest du deinem Pferd lieber nicht mehr als ein bis zwei Mandarinen pro Woche geben.
Am besten fütterst du die Mandarinen in einzelnen Stücken oder Spalten aus der Hand, um eine Verschluckungsgefahr zu vermeiden. Zudem empfiehlt es sich, eher zu Bio-Mandarinen zu greifen, da konventionelle Früchte häufig mit Pestiziden behandelt sind.
Grundsätzlich ist die Schale von Mandarinen nicht giftig für Pferde. Vorsicht ist aber bei konventionellen Früchten geboten – hier solltest du die Schale aufgrund der Pestizide oder Konservierungsstoffe lieber entfernen.
Nicht alle Pferde mögen die Bitterstoffe, die die Schale enthält. Des Weiteren ist sie schwerer verdaulich als das Fruchtfleisch.
EMPFEHLUNG:
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Wie bei allen neuen Futtermitteln solltest du dein Pferd auch an Mandarinen langsam und in kleinen Mengen gewöhnen. Beobachte dabei aufmerksam, wie es reagiert – so kannst du überprüfen, ob dein Pferd sie gut verträgt. Treten Unverträglichkeitsanzeichen wie weiche Pferdeäpfel oder Kotwasser auf, solltest du die Fütterung sofort einstellen.
Mögen Pferde Mandarinen überhaupt?
Viele Pferde mögen süße Früchte, allerdings reagieren manche Tiere skeptisch auf die säuerliche Note von Zitrusfrüchten. Wenn dein Pferd noch nie Mandarinen bekommen hat, solltest du, wie oben beschrieben, vorsichtig bei der Fütterung vorgehen. Generell gilt: Jedes Pferd ist individuell – was dem einen schmeckt, lässt das andere links liegen.
Die Frage, ob Pferde überhaupt Mandarinen essen dürfen, beantworten wir dir auch noch mal in diesem Reel:
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Weitere häufig gestellte Fragen zum Thema „Dürfen Pferde Mandarinen essen?“ (FAQ):
Dürfen Pferde Mandarinenkerne fressen?
Es gibt Mandarinen, die Kerne enthalten. Im Gegensatz zu den harten Kernen von Steinobst sind die weichen Kerne von Mandarinen in kleinen Mengen unproblematisch. Dennoch empfiehlt es sich, größere oder harte Kerne zu entfernen – besonders bei empfindlichen Pferden.
Dürfen Fohlen Mandarinen essen?
Nein, Fohlen sollten möglichst kein Obst wie Mandarinen bekommen. Ihr Verdauungssystem ist empfindlicher, und sie benötigen in erster Linie Muttermilch bzw. altersgerechtes Futter.
Dürfen Pferde Mandarinen aus der Dose essen?
Mandarinen aus der Dose sind für Pferde nicht geeignet. Sie enthalten häufig zugesetzten Zucker oder Sirup und sind daher deutlich zu süß.
Welche Alternativen gibt es zu Mandarinen?
Wenn du deinem Pferd eine fruchtige Abwechslung bieten möchtest, eignen sich Apfelstücke, Karotten, Birnen, Hagebutten oder getreide- und zuckerarme Pferdeleckerlis oft besser. Diese sind meist bekömmlicher und enthalten weniger Säure.
Was passiert, wenn mein Pferd zu viele Mandarinen frisst?
Wenn das Pferd versehentlich ein ganzes Netz erwischt, kann es zu Blähungen, Durchfall oder Kotwasser kommen. Die Gärprozesse im Dickdarm werden durch den Zucker beschleunigt, was im schlimmsten Fall zu einer Gaskolik führen kann. In diesem Fall solltest du sofort einen Tierarzt alamieren.
Fazit
In der Regel sind Mandarinen für gesunde Pferde ein unbedenkliches und willkommenes Leckerli – vorausgesetzt, die Menge stimmt. Als gelegentlicher Snack in kleinen Portionen sind sie eine schöne Abwechslung im Fressalltag und liefern sogar einige wertvolle Nährstoffe. Wer jedoch ein stoffwechselkrankes Pferd, ein Fohlen oder ein Tier mit empfindlichen Magen hat, sollte lieber auf zuckerärmere Alternativen zurückgreifen.
Die wichtigste Regel gilt wie immer: Leckerlis bleiben Leckerlis und kein Ersatz für eine ausgewogene, bedarfsgerechte Grundfütterung.
Du interessierst dich für gesunde Snacks für dein Pferd? In unseren weiteren Ratgebern beantworten wir viele Fragen rund um Obst, Gemüse und andere Leckerlis – zum Beispiel: Dürfen Pferde Erdbeeren essen?
Quellen:
Max Rubner-Institut (MRI): Bundeslebensmittelschlüssel (BLS), Version 3.02.
U.S. Department of Agriculture (USDA): FoodData Central.
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Luthersson, N. et al. (2009): Risk factors associated with equine gastric ulcer syndrome. Equine Veterinary Journal.
Longland, A.C.; Byrd, B.M. (2006): Pasture non-structural carbohydrates and equine laminitis. Journal of Nutrition.
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praxistipps.focus.de/duerfen-pferde-mandarinen-essen-das-muessen-sie-wissen_175810
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horsedeal.com/blog/pferdewissen/fuetterung/diese-9-sommerfruechte-darf-dein-pferd-fressen
utopia.de/ratgeber/so-gesund-sind-mandarinen-alles-zu-naehrwerten-co_225439/
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