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Pferdefütterung - back to the basics

Pferde kommen ursprünglich aus kargen Steppen und Savannen und sind teilweise bis zu 18 Stunden am Tag mit der Futtersuche- und -aufnahme beschäftigt. Dabei legen sie Strecken von bis zu 30 Kilometern pro Tag zurück. Das Futter, was sie dabei aufgenommen haben, war überwiegend karg und wenig nährstoffreich. Dieses nährstoffarme Grundfutter in Kombination mit der Bewegung, ist der Grund, warum Futtermengen von bis zu 50 Kilogramm am Tag zu keinen gesundheitlichen Einschränkungen geführt haben. Im Laufe der Jahrhunderte hat sich der Organismus und insbesondere der sensible Magen-Darm-Trakt auf diese Lebensweise eingestellt und genau dieser Faktor muss bei der Fütterung berücksichtigt werden. Denn die richtige Pferdefütterung dient vor allem der Gesunderhaltung des Tieres und muss auf seine Bedürfnisse angepasst werden, damit es weder zu psychischen noch zu physischen Schäden kommt.

Das A und O bei der Pferdefütterung: Raufutter

Das Grundnahrungsmittel eines jeden Pferdes sollte qualitativ hochwertiges Raufutter wie Heu darstellen. Es kann neben Heu ergänzend Stroh gefüttert werden. Hier sollte allerdings ein Augenmerk auf die Menge gelegt werden, da es bei zu großen Mengen Stroh zu Verstopfungskoliken kommen kann. Bei Pferden mit Heustauballergie kann Silage oder Heulage gefüttert werden, die einen relativ hohen Feuchtigkeitsanteil hat. Dadurch ist sie zugleich gehaltvoller und sollte portioniert gefüttert werden. Grundsätzlich gilt bei einer Heufütterung pro 100 Kilogramm Pferdegewicht 2 Kilogramm Heu. Bei Über- oder Untergewicht sollte das Pferdefutter entsprechend reduziert oder aufgestockt werden. Der Magen eines Pferdes ist relativ klein und fasst deshalb keine großen Mengen. Daher empfiehlt sich eine Fütterung von mehreren kleinen Mahlzeiten pro Tag. Kommt es zu langen Fresspausen, können Magengeschwüre und Koliken die Folge sein.

Kraftfutter ist kein Muss

Die Fütterung von konzentrierten Futtermitteln wie Hafer, Gerste, Mais oder diversen Müslis ist nicht zwingend erforderlich, wenn der Bedarf des Pferdes durch das Heu gut abgedeckt ist. Bei Sportpferden, tragenden Stuten und Deckhengsten kann allerdings eine ausreichende Versorgung lediglich über Raufutter nicht immer sichergestellt werden. In solchen Fällen empfiehlt sich die Fütterung von Kraftfutter. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass das Futter auf mehrere Portionen aufgeteilt wird, um den Magen-Darm-Trakt des Pferdes nicht zu überlasten. Über die Fütterung von Reiskeim- oder Leinöl kann Pferden auf natürliche Weise Energie zugeführt werden. Der Vorteil ist die bessere Verdaulichkeit, wobei Öl nur dosiert gefüttert werden darf. Richtlinie sind bei 600 Kilogramm Pferd 200 Milliliter Öl verteilt auf mehrere Mahlzeiten. Neben Wasser sollte ein Mineral- und Salzleckstein zur Verfügung gestellt werden. Insbesondere Pferde, die viel schwitzen, müssen den Elektrolytverlust ausgleichen. Ob die Fütterung von Mineralfutter erforderlich ist, zeigt neben dem Blutbild des Pferdes eine Nährstoffanalyse des Futters. Pferde neigen zu Zink- und Selen-Mängeln, da viele Böden in Deutschland arm an diesen Nährstoffen sind. Daher ist bei vielen Pferden eine ergänzende Fütterung immer wieder notwendig.

Heunetze, Raufen & Co.

Die natürlichste Art Futter aufzunehmen ist für Pferde vom Boden aus und über den gesamten Tag verteilt. In vielen Ställen hat sich mittlerweile eine "Heu ad libitum"-Fütterung durchgesetzt, bei der die Pferde die Möglichkeit haben, 24 Stunden Heu uneingeschränkt zur Verfügung zu haben. Das kommt zwar dem Magen-Darm-Trakt zugute, birgt allerdings auch Nachteile. Was bei einigen Pferden kein Problem darstellt, wird insbesondere Robustrassen wie Isländern und Norwegern zum Verhängnis. Wohlstandskrankheiten wie das Equine Metabolische Syndrom (EMS), Cushing und Hufrehe können die Folge sein. Bei leichtfuttrigen Pferden, die schnell zum Zunehmen neigen, empfiehlt es sich durch Heunetze, Heutoys, Fresskisten oder ähnliche Konstruktionen die Futteraufnahme zu verlangsamen und so die Menge über den Tag zu reduzieren, ohne die Fressenszeit drastisch kürzen zu müssen. Fütterung über Timer gesteuerte Raufen sind ebenfalls möglich. Prinzipiell kommen Pferde mit Fresspausen zurecht, diese sollten allerdings nicht länger als vier Stunden andauern. Pferde produzieren ununterbrochen Magensäure, die durch den Speichel neutralisiert wird. Speichel bildet das Pferd allerdings nur, wenn es frisst. Daher sollte zum Schutz der empfindlichen Magenschleimhaut auf Fresspausen im besten Fall verzichtet werden.

Weitere nützliche Informationen zu Heuraufen finden Sie in unserem Blogartikel: https://www.stallbedarf24.de/blog/raufen-fuer-pferde/

Zusammenfassung: Pferdefütterung richtig gemacht

Ein Pferd sollte neben Wasser ausreichend Heu über den gesamten Tag verteilt gefüttert bekommen. Im Idealfall wird eine Fressaufnahme vom Boden bewerkstelligt, da es dort aber häufig zu viel Futterverlust kommen kann, empfehlen sich Heuraufen oder Heunetze. Kraftfutter ist nicht zwingend notwendig, kann aber ergänzend gefüttert werden, wenn es erforderlich ist.


 

 

Quellen:

https://www.pferd-aktuell.de/umweltundpferdehaltung/fuetterung/fuetterung-pferde-richtig-fuettern
https://www.tiermedizinportal.de/ernaehrung/pferdefutter-wie-sie-ihr-pferd-richtig-ernahren/503750

 

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