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Schafe und Ziegen richtig einzäunen - Das sollten Sie wissen

Laut § 833 BGB ist jeder Tierhalter dazu verpflichtet, dafür Sorge zu tragen, dass durch seine Tiere keine Menschen verletzt oder Sachen beschädigt werden. Bei Weidetieren, wie Schafen oder Ziegen stellt ein geeigneter, hütesicherer Weidezaun sicher, dass Dritte nicht durch die Tierhaltung beeinträchtig werden. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, worauf Sie bei der Installation eines solchen Zauns achten sollten, welche Vorschriften es einzuhalten gilt und wie Sie den passenden Weidezaun für Ihre Schafe und Ziegen finden.


Temporärer oder dauerhafter Zaun?

Bevor Sie mit der konkreten Planung Ihres Zauns beginnen, stellt sich die Frage, ob es sich um einen dauerhaften Zaun handeln soll oder ob in Ihrem Fall nicht ein temporärer Zaun die bessere Alternative darstellt. Bedenken Sie, dass insbesondere Hobbytierhalter bei festinstallierten Zäunen meist eine baurechtliche Genehmigung benötigen, während für Landwirte meist keine spezielle Erlaubnis verlangt wird.


 

Zaun ist nicht gleich Zaun – Die Wahl des richtigen Materials

In Abhängigkeit Ihrer individuellen Anforderungen kommen unterschiedliche Materialen für den Bau Ihres Zaunes in Frage. Als dauerhafte Lösungen bieten sich sowohl Zäune aus Stacheldraht- als auch Knotengitter oder Elektrozaunnetze an, wohingegen es sich bei temporären Zäunen fast ausschließlich um Elektrozäune handelt.

Finger weg vom Stacheldrahtzaun!

Klassische Stacheldrahtzäune sind zwar nach wie vor häufig anzutreffen, dennoch sollten Sie beim Bau Ihres Zaunes eher auf andere tierfreundlichere Materialen setzen. Denn der Aufbau eines Stacheldrahtzauns ist nicht nur mit einem hohen Zeitaufwand verbunden, sondern birgt auch eine große Verletzungsgefahr. Entscheiden Sie sich lieber für modernere Varianten, wie z.B. für ein Knotengitter.

Knotengitter: Ideale Zäune für Schafe und Ziegen

Gerade für die Haltung von Schafen und Ziegen bringt ein Knotengeflecht einige Vorteile mit sich:

  • Langlebigkeit: Sofern Sie bei der Errichtung Ihres Zaunes auf eine gute Materialqualität achten, kann die Lebensdauer eines solchen Zauns bis zu 10 Jahre betragen.
  • Zusätzlicher Schutz: Ist der Zaun hoch genug, können auch andere Tiere (z.B. Hunde) nicht mehr von außen in das Gehege eindringen.

Ein Knotengitter-Zaun eignet sich somit hervorragend für die Einzäunung von Schafen und Ziegen. Allerdings sind die Kosten hier deutlich höher als beispielsweise bei einem Elektrozaun. Dieser erfreut sich also nicht ohne Grund einer großen Beliebtheit.

Sicher und mobil: Der Elektrozaun

Elektrozäune gibt es inzwischen in vielen verschiedenen Varianten- die Funktionsweise ist jedoch stets dieselbe: Das Elektrozaungerät bildet in Verbindung mit dem Zaundraht einen Stromkreis. Berührt ein Tier nun den Draht, wird es Teil dieses Stromkreises, der Strom fließt durch den Tierkörper hindurch, wird über das Erdungssystem in den Boden geleitet und fließt schließlich durch die Erdstäbe wieder zurück. Dieser Stromschlag ist auf der einen Seite schmerzhaft, gleichzeitig aber völlig ungefährlich. Nach einigen, wenigen, Berührungen bleibt das Tier so dem Zaun fern.

Schafen oder Ziegen – Der kleine, aber feine Unterschied

Ebenfalls ausschlaggebend für den Kauf des passenden Elektrozauns, ist die Tatsache, ob dieser dem Schutze von Ziegen oder von Schafen dienen soll. Während für Schafe ein Zaun mit 4 Drähten völlig ausreichend ist, sollten Ziegenhalter eher 5 Drähte anbringen. Unterschiede gibt es auch bezüglich der Zaunhöhe. Diese sollte bei Schafen 90 cm und bei Ziegen 105 cm betragen. In beiden Fällen sollte der unterste Draht in ca. 30 cm Höhe angebracht werden, da sonst Jungtiere unter dem Zaun durchschlüpfen könnten.

Spannung und Leistung des Elektrozauns

Für besonders lange Weidezäune (ab 500 Meter) Zäune, die von einem dichten Grasbewuchs umgeben sind, sind Geräte mit über einem Joule an Leistung zu empfehlen.

Gleiches gilt auch für Gelände mit besonders feuchten Böden. Hier ist die Verwendung eines 5-Joule-Gerätes anzuraten. Für gewöhnlich sollte die Spannung Ihres Elektrozaunes an jeder Stelle um die 2000 Volt betragen. Befindet sich Ihre Weide auf extrem trockenem Boden, kann die Spannung auch auf 4000-5000 Volt erhöht werden, zumal Schafe und Ziegen unempfindlicher auf elektrische Spannung reagieren. Führen Sie regelmäßige (wenn nicht gar tägliche) Messungen durch, um sicherzugehen, dass der Stromkreis richtig funktioniert.

Sicher ist sicher: Die Erdung Ihres Elektrozauns

Damit der Strom weitläufig abfließen kann, ist die richtige Erdung des Zauns von entscheidender Bedeutung. Eine wichtige Rolle spielen dabei die so genannten Erdstäbe. Deren Anzahl und Länge ist zum einen abhängig von der Geräteleistung - zum anderen von der Beschaffenheit des Bodens:

  • Steinige, sandige oder kiesige Böden sind schlechte elektrische Leiter,
  • tonige, lehmige Böden sind hingegen sehr leitfähig.
  • Darüber hinaus leiten auch feuchte Böden Strom besser als trockene.

Je höher die Gerätleistung, desto mehr Erdstäbe werden benötigt und umso länger müssen die Stäbe sein. So sollte für einen besonders leitfähigen, feuchten Boden eine Erdung mit 3, jeweils 1-2 Meter langen, Erdstäben erfolgen. Diese sollten aus einem rostfreien, verzinkten Material bestehen und in einem Abstand von 3 Metern angebracht werden. Ob die Erdung auch wirklich funktioniert, lässt sich testen, indem Sie bewusst einen Kurzschluss herbeiführen. Gehen Sie dabei wie folgt vor:

  1. Lehnen Sie in ca. 100 Meter Entfernung zum Gerät Eisenpfähle gegen den Zaun.
  2. Mithilfe eines Digital-Voltmeters messen Sie nun die Spannung. Hierfür muss der Messkontakt auf den letzten Erdstab gedrückt werden.
  3. Idealerweise bewegt sich die Spannung in einem Bereich von 0 bis 200 Volt. Doch auch 200-600 Volt sind noch akzeptabel.
  4. Bei einer Spannung von über 600 Volt, muss die Erdung dringend optimiert werden!

Fazit

Als Halter von Ziegen und Schafen sind Sie laut Gesetz dazu verpflichtet, zu verhindern, dass durch Ihre Tiere weder Personen- noch Sachschäden entstehen, weswegen der Aufbau eines hütesicheren und tierfreundlichen Weidezauns unabdingbar ist. Bewährt haben sich dabei neben Knotengittern vor allem moderne Elektrozäune. Von Stacheldrahtzäunen ist aufgrund des hohen Verletzungsrisikos dringend abzuraten.  Sollten Sie sich für einen Elektrozaun entscheiden, ist es enorm wichtig, sich bereits im Vorfeld, mit den technischen Voraussetzungen wie der richtigen Spannung und Erdung auseinanderzusetzen.


 

Quellen:

www.bergschaf.tirol/wp-content/uploads/2018/04/Huetesichere_Elektrozaeune_Schafe_2018.pdf

 

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