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Milchkühe artgerecht halten, das hört man gerne – aber was heißt das eigentlich?

1. Allgemeines:

Das Hausrind oder schlicht Rind (lat. Bos primigenius taurus) wurde zunächst wegen seines Fleisches, später auch wegen seiner Milch und Leistung als Zugtier domestiziert.
Rinder sind Spitzengänger und Paarhufer, die immer in Herden zusammenleben.

Bis zum 7. Monat bezeichnet man ein Jungtier Kalb, ab dem 8. bis zum 12. Monat Jungrind.  Die ersten Brunstanzeichen treten ab ca. 6 Monaten auf, jetzt beginnt die Geschlechtsreife. Aufgrund der noch nicht ausreichenden Körperverfassung werden die ersten Besamungen gewöhnlich erst ab 15 Monaten durchgeführt.

Milchkühe im Alter von 4-12 Monaten nennt man auch Bullenfresser bzw. Färsefresser. Ab diesem Zeitpunkt braucht (wie der Name schon vermuten lässt) das Jungtier keine Milch mehr, sondern Raufutter und Kraftfutter. Die Mutter heißt demzufolge Milchkuh. 


 

2. „Du dumme Kuh“- nur ein dummer Spruch!

Kühe sind intelligente, neugierige Tiere, die gerne Probleme lösen und sich mit ihrer Umgebung austauschen. Sie verfügen über ein Langzeitgedächtnis und sind imstande, voneinander zu lernen, genau wie Menschen.  Die Intelligenz einer Kuh ist vergleichbar mit der eines Hundes und etwas höher angesiedelt als bei einer Katze. Nach Angaben der Humane Society of the United States (Amerikanischer Tierschutzbund), lernt der Rest einer Kuhherde daraus, wenn eine einzelne Kuh an einem Elektrozaun einen Schlag bekommt, und wird ihn folglich meiden. Nur ein kleiner Teil der Herde wird daher jemals einen Schlag bekommen. Kühe entwickeln in ihrem Leben enge Freundschaften zu ihren Artgenossen und sind in der Lage, um ein fehlendes Herdenmitglied zu trauern.


 

3.  Grundbedürfnisse von (Milch)-Kühen:

(Milch)-Kühe sind Herdentiere mit einem hohen Sozialverhalten.
Sie lieben es, zu grasen, zu ruhen, sich zu bewegen, mit ihren Herdenmitgliedern zu kommunizieren, sich gegenseitig abzulecken und zu spielen.


 

4. So sieht es heute aus:

Wir allein (und nicht der Landwirt) sind schuld daran, wie eine (Milch)-Kuh gehalten wird. Wenn wir Verbraucher nicht mehr bereit sind, für 1 Liter Milch einen fairen Preis zu zahlen, wenn das Steak Hauptsache billig sein muss, wenn sich die Schnäppchenmentalität von uns Verbrauchern nicht schnell ändert, dann werden die Bilder von glücklichen Kühen auf frischen Weiden wohl irgendwann der Vergangenheit angehören. Denn billig kann man weder Milch noch Fleisch fair produzieren.

Von Natur aus produziert eine Kuh soviel Milch, wie ihr Kälbchen benötigen würde, das wären täglich um die 8 Liter. 
Eine Turbo-Kuh muss jedoch täglich bis zu 50 Liter liefern, um rentabel zu sein...

Weniger Tierwohlbemühungen, Soja statt Gras, Laufstall statt Weide, tausend Kühe statt Hundert, ausgemergelte Turbo-Kühe, die nach 2-3 Laktationsperioden auf unserem Teller landen und durch neue Tiermaschinen ersetzt werden…. Starke Euterentzündungen, Klauenprobleme, Lahmheiten und ein schlechter Allgemeinzustand stehen auf dem täglichen Ablauf eines Tierarztes. 


 

5. Eine artgerechte Alternative

Eine wirklich tiergerechte Alternative ist schwer zu finden, wohl eher ein Kompromiss. Von den herkömmlichen Anbindehaltungen wird glücklicherweise immer mehr Abstand genommen. Bei dieser Art von Tierhaltung ist keinerlei Sozialkontakt und Bewegungsfreiheit möglich.

Viele landwirtschaftliche Betriebe stellen heute auf sogenannte Laufställe um.
Diese ermöglichen ein artgerechtes Sozialverhalten, erhöhen den Tierkomfort und sind bei einem großen Tierbestand sogar effizienter.

Bei den Laufställen wird unterschieden zwischen

- Tieflaufstall (für die Haltung von Fleischrindern):
Tieflaufställe sind dagegen mit Einstreu. Hier gibt es keine Trennung von Laufbereich und Liegeplatz. Sie sind besonders geeignet für Jungtieraufzucht und Bullenmast, allerdings verbrauchen die Tiere das meiste Stroh, das Misten ist sehr aufwendig.

- Boxenlaufstall (für die Haltung von Milchkühen geeignet):
Boxenlaufställe verfügen über einzelne Liegeplätze, die getrennt von der Lauffläche sind. Liegefläche und Lauffläche sind in verschiedenen Höhen angelegt. Die Lauffläche ist planfertig oder mit Spaltenboden ausgestattet.

Wie bereits erwähnt, ist die Haltung auf der Weide immer noch die natürlichste Haltung von Milchkühen. Heutzutage legen aber immer mehr Landwirte Wert auf eine möglichst artgerechte Haltung in Ihrem Laufstall.

Denn unumstritten ist, dass Milchkühe nur hohe Leistungen bei langer Nutzungsdauer bringen, wenn der Kuhkomfort stimmt.

  • Kuhkomfort heißt:

    • Das Platzangebot entspricht dem Bedarf großrahmiger Tiere
    • Kaltstall mit ausreichend Frischluftzufuhr, Windschutztore und Windschutznetze verhindern Zugluft
    • Liegekomfort durch Gummimatten oder Einstreu. Ausreichende Wasserversorgung durch gut zugängliche Tränken
    • Rutschfeste Laufflächen ohne scharfe Kanten und mit guter Entmistung
    • Gute Lichtverhältnisse
    • Förderung des Pflegeverhaltens durch Rückenscheuerbürsten
    • Spezielle Fütterungstechniken wie Raufen, Tröge, etc.

6. Fazit:

Wir werden nur schwer den Konsumdrang von uns Verbrauchern aufhalten können, aber wenn es uns gelingt, unser Denken und unser Kaufverhalten in Hinblick auf die Milchpreis-Situation zu ändern, dann können wir es vielleicht schaffen, dass die glückliche Kuh auf der grünen Weide doch noch nicht der Vergangenheit angehört…

 


  

Quellen:
www.albert-schweizer-stiftung.de 
www.wikipedia.de
www.peta.de 
www.patura.de
www.kuhplusdu.de
www.utopia.de

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